Die ersten europäischen Siedler kamen 1652 ans Kap der Guten Hoffnung. Dort errichteten sie einen Hafen für Schiffe der holländischen East Indian Company, die für den Handel mit den Gewürzkolonien das Kap passieren mussten. Zum Dank für ihre Verdienste erhielten leitende Angestellte vom Gouverneur Ländereien. So kam 1693 Fairview zu seinem Besitzer. Der zweite Gouverneur im Amt, Simon van der Stel, übereignete die Hänge in südwestlicher Richtung oberhalb des Städtchens Paarl Steven Vervey, einem französischen Hugenotten. Archivstücke berichten davon, bereits sechs Jahre darauf wäre der erste Wein auf Fairview entstanden. Das Weingut ging durch zahlreiche Hände. 1937 erwarb es der aus Litauen emigrierte Charles Back, zu einem Zeitpunkt, als der Ruf Fairviews als Produzent von Spitzenweinen bereits legendär war. So erzählt man, ein Arzt habe kränkelnde Kinder mit dem kostbaren Elixier aus Fairview aufgepäppelt, teelöffelweise, versteht sich. Cyril Back übernahm 1955 nach dem Tod seines Vaters Charles das Geschäft und krempelte es vollständig um. Damals kontrollierten noch Großhändler und Genossenschaften die Weinwirtschaft Südafrikas. Dem Diktat der Mächtigen hatte auch Fairview sich beugen müssen. Cyril jedoch beschloss, dagegen anzugehen. 1974 veranstaltete er seine erste Weinauktion am Kap, ein Vorfahr der heute berühmten Nederburg Auctions. Und noch etwas führte Cyril ein, die Ziegenhaltung. Gelände, das sich nicht für den Weinanbau eignete, nutzte er als Weideland. Seit 1980 liefern die Ziegen Milch zur Herstellung des fabelhaften "Fairview Goats Cheese". Nach Erhalt seines Diploms und praktischer Ausbildung in einem befreundeten Weingut stieg Charles Back 1978 ins Geschäft ein. Auf seine Initiative entstand der mittlerweile landesweit bekannte Kletterturm für die Ziegen, den er gegen anfängliche Widerstände seines Vaters errichten ließ. Als dieser 1995 starb, übernahm Charles die Geschäftsführung von Fairview und wenig später auch "Klein Amos Kuil" von der Spice Route Wine Company. In den wenigen Jahren seit seiner Gründung war diesem Gut ein kometenhafter Aufstieg unter die besten der südafrikanischen Weinhersteller gelungen. Die Trauben von den trockenen Böden der Westregion am Kap gelten als besonders aussagekräftig. Zusätzlich bewirtschaftet Charles Back weitere Weinberge in den Regionen Malmesbury und Perdeberg, die mit traditionellen Sorten der südlichen Rhône bepflanzt sind. Hier finden wir Shiraz, Mourvédre, Grenache, Carignan, Cinsault und Viognier. Für Charles Back steht fest, dass diese Rebsorten wesentlich besser zu den heißeren Regionen Südafrikas passen als jene Sorten, die dort traditionell angebaut würden: "Our national grape mix is a disaster!", schimpft er. Besessen von der Idee, bei sich zu Hause den Rhône-Mix zu etablieren, sucht er das Kap ab nach alten Weinbergen, die mit diesen Sorten bepflanzt sind, um sie zu pachten und nach seinen Vorstellungen zu bewirtschaften Aktuelle Kreationen des "Rhône-Rangers" sind "Goat-Roti" und "Goats do Roam", Weine nach Rhône-Rezept und ohne Rebsortenangabe. Benannt wurden sie nach den auf dem Weingut umherlaufenden Ziegen, denn Goats do Roam meint zu Deutsch, die Ziegen wandern umher. Zugleich finden wir darin eine Verballhornung der französischen Appellationen "Côtes du Rhône" und "Côte-Rôtie". Das südafrikanisch geprägte Rhône-Cuvée besteht aus den Rebsorten Shiraz, Pinotage, Grenache, Carignan, Cinsault, Gamay Noir und Mourvèdre. Die Trauben stammen in erster Linie aus unbewässerten Bush Vine Weinbergen. Der Wein wirkt weich und elegant, hervorragend eignet er sich als Begleiter zum Ziegenkäse. Der Rosé aus ähnlicher Sortenzusammensetzung ist eine Versuchung wert und erinnert an guten Tavél. Er gewann die Trophy für den besten Rosé der Sydney Wine Competition. Zitat aus Der kleine Johnson 2006 (Hugh Johnson, London) Gräfe und Unzer, München 2005: Spitzenweingut am Kap mit großer Bandbreite an Etiketten und unterschiedlichen Rotweinen auf Shiraz-Basis. Ganz oben steht die Reihe Red Seal mit den hervorragenden Weinen Caldera, Solitude, Beacon Rock, Cyril Back und Jackalsfontein, gefolgt vom Pinotage Primo, dem Carignan Pegleg, dem Chardonnay Akkerbos und dem Semillon Oom Pagel. Zum normalen Angebot gehört u.a. ein guter Viognier. Erfolgreich mit den Verschnitten im Rhône-Stil (weiß, rot, rosé) mit den frechen Namen Goats do Roam und Goat-Roti.
| Fairview Sangiovese 2009 | |
| HV-SA-0001-09 | |
| http://www.fairview.co.za | |
| Geschenkverpackungen und Holzkisten sowie Grußkarten |



















